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von Heinz und Illa Auberg,
Mülheim an der Ruhr

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Lebenslauf Heinz

 
Am 27. Februar 1931 wurde ich in Mülheim an der Ruhr im Vorort Styrum geboren. Dort lebten meine Vorfahren schon seit mehr als hundert Jahren. Aubergs Kotten stand seit 1832 an der Ecke Dümptener Straße Neustadtstraße und bildete die Stammzelle für alle Aubergs, die anschließend im Norden der Stadt Mülheim vorwiegend im Bergbau tätig waren. Johann Auberg war Anfang des 19. Jahrhunderts von Saarn nach Styrum „ausgewandert“, vermutlich um Arbeit im aufstrebenden Mülheimer Bergbau zu finden.

Mein Vater (1906) war in der Wirtschaftskrise 1929 zu den Städtischen Betrieben gegangen und dort als Straßenbahnschaffner tätig, die Mutter (1907) war gelernte Schneiderin. Sie heirateten 1930 und zogen in das elterliche Haus meiner Mutter an der Friedrich-Karl-Straße. Dort bin ich aufgewachsen und habe mit meinem Bruder Horst (*1934) im Umfeld des Zechenbaches und der Feldmannschen Sandkuhle eine glückliche und unbeschwerte Jugendzeit verlebt.

 

Erste Anregungen zum Malen und Basteln bekam ich früh im evangelischen Kindergarten an der Feldstraße von Tante Maria Brake vermittelt. Ihr habe ich viel zu verdanken, die Vorliebe zu kreativem Wirken, den Blick für das Gute und Schöne, soziales Verhalten in der Gruppe und die positive Einstellung zum evangelischen Glauben.

Mit sechs Jahren bin ich Ostern 1937 zur Volksschule gekommen. In der Schule an der Augustastraße habe ich bei Fräulein Karabin in den letzten Friedensjahren einen guten Start ins Schulleben genommen. Ich bin immer gern zur Schule gegangen. Das Lernen fiel mir leicht.

Daran änderte sich auch nichts beim Wechsel zur Mittelschule im Jahre 1941. Wiederum hatte ich mit Wilhelm Dietz in den ersten Jahren einen hervorragenden Lehrer, der mir vor allem und nachhaltig die Liebe zur Heimatstadt Mülheim an der Ruhr vermittelt hat.

Mit 10 Jahren bin ich auch in das Deutsche Jungvolk eingetreten und habe dort mit Gleichaltrigen und jungen Führern alles in allem eine fröhliche Zeit erlebt. Wir haben wohl nationales Gedankengut vermittelt bekommen, aber wir haben auch viel Sport getrieben und auf Wanderungen und Geländespielen die nähere Heimat erkundet.

 

Nach dem schweren Luftangriff auf Mülheim in der Nacht vom 22. zum 23. Juni 1943 wurden wir im Rahmen der Kinderlandverschickung (KLV) in das damalige Protektorat Böhmen und Mähren verschickt und erlebten fernab von Bombennächten eine ruhige und sehr erfolgreiche Schulzeit.

Erst im Sommer 1945 kehrten wir nach aufregender Flucht aus dem heutigen Tschechien und einem Zwischenaufenthalt in Berchtesgaden in die Heimat zurück.

 

Im Herbst des Jahres 1945 begann wieder ein geordneter Schulunterricht. Wir hatten mit Eduard Prölß einen engagierten Lehrer, der uns gut auf das Berufsleben vorbereitet hat. Auf seinen Rat hin habe ich 1947 die Schule gewechselt und das naturwissenschaftliche Gymnasium in Mülheim an der Ruhr besucht.

Dort habe ich nach hervorragender naturwissenschaftlicher Ausbildung – insbesondere bei dem unvergessenen Oberstudiendirektor Paul Voigt – im Jahre 1951 mein Abitur bestanden.

Mein Wunsch, Mathematik zu studieren, konnte ich aus finanziellen Gründen nicht verwirklichen. So begann ich zunächst auf der Zeche Osterfeld Geld zu verdienen. Die gute Kameradschaft und die Begegnung mit Bergbaustudenten aus Clausthal und Aachen, aber auch die Möglichkeit, ein Studium selbst zu finanzieren haben mich schnell bewogen, ebenfalls Bergbau zu studieren. So habe ich mich im April 1951 als Bergbaubeflissener eintragen lassen und auf Bergwerken im Ruhrgebiet und im Harz in Bad Grund meine Beflissenenzeit absolviert.

Im Wintersemester 1952 habe ich mich an der Bergakademie Clausthal eingeschrieben. Nach gutem Studienbeginn habe ich jedoch die Hochschule gewechselt und das Bergbaustudium in Aachen an der RWTH fortgesetzt.

Dort bin ich sofort in das Corps Franconia Fribergensis als Fuchs eingetreten und im Juli 1954 rezipiert worden. Es begann eine sehr glückliche Studienzeit, in der wir im Kreise gleichgesinnter Corpsbrüder und bergmännischer Freunde viel Schönes erlebt, aber auch erfolgreich studiert haben.

In den Jahren 1956 und 1957 hat mich mein Corps für ein Jahr zur Mitarbeit im Vorort des Weinheimer Seniorenconvents (WSC) abgestellt.

1958 konnte ich das Studium mit der Ernennung zum Diplomingenieur der Fachrichtung Bergbau abschließen.

Anschließend habe ich mich im September 1958 zur Referendarausbildung beim Oberbergamt Dortmund gemeldet und war zunächst als Steiger auf der Zeche Nordstern eingesetzt.

 

 

Nach einer vielseitigen Ausbildung auf Bergämtern, Zechenverwaltungen und beim Oberbergamt Dortmund habe ich 1961 die Große Staatsprüfung bestanden und bin zum Assessor des Bergfachs ernannt worden.

Anfang 1962 habe ich zunächst bei Schachtbau Thyssen als Steiger angefangen und auf Zeche Sachsen in Heessen Schacht 5 mit abgeteuft. Schon bald konnte ich jedoch zur Rheinelbe Bergbau AG wechseln und bin auf Zeche Bonifacius in Essen-Kray als Fahrsteiger eingesetzt worden. Unter der bergmännischen Beratung und Anleitung durch Alfred Chilla und Hans Riese habe ich die Besonderheiten des Abbaus in der steilen Lagerung kennengelernt, Kenntnisse, die mir bei späteren Einsätzen auf Zollverein und Pluto sehr  zunutze waren.                                                                           

 

Ende 1962 wurde ich zur Zeche Zollverein in Essen  Katernberg versetzt. Dort lagen die beruflichen Schwerpunkte zunächst in der Mechanisierung der Streckenauffahrung, später war ich vorrübergehend als Wetteringenieur für das Verbundbergwerk Zollverein eingesetzt.

Als besondere berufliche Herausforderung habe ich den Einsatz als Schachtanlagenwirtschaftsingenieur auf der Anlage Zollverein4/11 empfunden. Trotz schöner Teilerfolge in der Mechanisierung der Gewinnung durch Rammbetriebe mußte die Schachtanlage im Norden Essens Ende 1967 stillgelegt werden.

Dadurch war ein Wechsel zur Zeche Pluto in Wanne-Eickel bedingt, wo ich als Mechanisierungsingenieur tätig war.

Auch hier lagen die Schwerpunkte wieder in der Mechanisierung der Abbaubetriebe in steiler Lagerung. An der Seite von Betriebsführer Hugo Schümchen erlebte ich  auf Pluto meine glücklichsten bergmännischen Jahre.

Als nach Gründung der Ruhrkohle AG die Zeche Pluto mit dem Bergwerk Consolidation vereint wurde, bin ich einem Ruf nach Essen zur Führungsgesellschaft gefolgt. Dort habe ich als Fachbereichsleiter für das Grubenrettungswesen und den Brand-und Explosionsschutz bewegte Berufsjahre erlebt. Die Harmonisierung und Ausrüstung der zahlreichen Grubenwehren – damals zu Beginn der RAG waren es noch 53 aus unterschiedlichen Unternehmungen – waren besonders interessante Schwerpunkte meiner Tätigkeit.

Später ist die Abteilung zum Haus II an der Rellinghauser Straße verlegt worden.

Besonders interessant waren neben der normalen Arbeit bei der Ruhrkohle die Begegnungen und Gespräche mit Fachkollegen im In- und Ausland. Standen im Inland vor allem die Bemühungen im Vordergrund, mit der fachkundigen Zulieferindustrie geeignete Gerätschaften und Verfahren zur Verbesserung des Einsatzes der Grubenwehren zu entwickeln, so galten die Auslandsbesuche dem Austausch von Erfahrungen auf allen Gebieten der Grubensicherheit. Während meiner Dienstzeit in den siebziger und achtziger Jahren hatte ich die Gelegenheit, mit Kollegen in Östereich, Frankreich,  Tschechien, Polen, den Vereinigten Staaten von Amerika, der Südafrikanischen Union und besonders in Rußland intensive Kontakte zu pflegen, die den Blick geweitet haben und die ich oftmals bei meinem Wirken verwenden konnte.

Nach Beendigung meiner Berufszeit habe ich mich seit 1991 vorwiegend ehrenamtlichen Aufgaben zugewandt. In meiner Heimatstadt Mülheim an der Ruhr galt es, im Geschichtsverein und im Förderverein der Freunde des Klosters Saarn mitzuwirken. Im Vorort Styrum, in dem ich geboren bin, haben wir mit einigen Freunden den Geschichtsgesprächskreis gegründet, der sich ständig vergrößert und fortwährend mit der Aufarbeitung der Geschichte dieser  über 1000 Jahre alten  Reichsunmittelbaren Herrschaft beschäftigt.

Zur Vertiefung der Geschichtskenntnisse studiere ich als Gasthörer an der Universität Duisburg Essen seit 1996 Wirtschafts- und Sozialgeschichte, was mehr als ein Hobby zu betrachten ist und mir große Freude bereitet. Wir haben bei Professor Dr. Hansjoachim Henning alle Wirtschaftsysteme vom Merkantilismus bis zur freien Marktwirtschaft durchleuchtet und wenden uns jetzt Spezialthemen zu.

 

Einen wichtigen Teil meiner Freizeit nehmen nach wie vor die Aktivitäten für meine Corps Franconia Fribergensis und Silvania sowie für die beiden Dachverbände der Weinheimer und Kösener Corps ein. Von 1993 bis 1995 habe ich im Vorstand des WVAC mitgewirkt und die Aufgaben des stellvertretenden Vorsitzenden wahrgenommen. In Mülheim an der Ruhr bin ich seit 1971 im Vorstand der  örtlichen Vereinigung Alter Corpstudenten tätig.

Seit 10 Jahren arbeite ich im Beirat  des VAC-Stifterverbandes mit, der elitäre junge Corpsstudenten auswählt und sie für die Verleihung der Friedrich-von Klinggräff-Medaille  vorschlägt.

Im Jahre 2001 habe ich mit bergmännischen Freunden in unserer Heimatstadt einen eigenständigen Arbeitskreis im Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V.aufgebaut. Wir bemühen uns, die Erinnerungen an den Bergbau in Mülheim mit Vortragsveranstaltungen und der Errichtung von Informationstafeln nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Inzwischen haben wir mit Bronzetafeln, die von der Ausbildungsabteilung der Friedrich Wilhelms-Hütte gegossen worden sind, an die Bergwerke Humboldt, Wiesche, Rosenblumendelle, Hollenberg-Darmstadt-Stollen und Sellerbeck  erinnert.

Dank guter Beschützung meiner Gesundheit durch tüchtige Ärzte kann ich mich somit auf vielen Betätigungsfeldern einsetzen und darf  meinen Lebenslauf immer noch aktiv gestalten.